Kommentar zu unserer Zeit

Impulse aus Amazonien für eine Neugestaltung des Entwicklungsparadigmas

Unsere Zeit ist geprägt von tiefgreifenden Transformationen und Krisen, die Chancen zur Entstehung eines neuen Entwicklungsparadigmas sowie eines neuen ganzheitlichen Bewusstseins eröffnen. Der Dialog oder auch die Synergie mit Menschen, welche ein anderes Weltbild und Naturverständnis mit sich bringen, bieten hierbei eine Möglichkeit, den gemeinsamen Lebenszusammenhang aller Wesen neu zu begreifen. Diese neue „Gemeinschaft“ basiert auf einem Naturverständnis, welches die Natur als Subjekt anerkennt und sie in das gesellschaftliche System miteinschließt. Dadurch werden ein respektvolles Zusammenleben von Mensch und Natur sowie neue gemeinsame Handlungsperspektiven ermöglicht. Es ist ein Leben in Würde mit Befriedigung der Grundbedürfnisse ohne Wachstumszwang und Naturausbeutung. „Entwicklung“ ist hierbei kein linearer Prozess der auf Fortschritt abzielt, sondern eine ganzheitliche Vision: „Entwicklung“ als selbstgestaltete Freiheit im Sinne einer freien Wahl von Optionen.

Ausschnitt aus: Dreißigacker, Katharina (2013): Der Beitrag Brasiliens zur Debatte über Alternativen der „Entwicklung“. Impulse für eine sozial-ökologisch gerechte Zukunft. Universität Wien: Wien. 86f.